Praxis für Frauenheilkunde

Frau Dr. med. Frauke von Versen & Frau Dr. med. Franka Franz

Verhütung

Im Folgenden werden die gebräuchlichsten Verhütungsmethoden mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen kurz dargestellt:

Die Pille

Es gibt verschiedene Pillenarten:

  1. Kombinationspräparate
    enthalten neben Östrogenen auch Gestagene

    Sie verhindern den Eisprung, verändern die Gebärmutterschleimhaut, damit sich kein Keimbläschen einnisten kann. Ebenso verfestigen sie die Schleimbarriere im Gebärmutterhals und erschweren den Spermien das Durchdringen.

    Es gibt 4 Gruppen von Kombinationspräparaten:

    1. Einphasenpräparate: Die Dragees erhalten jeweils die gleiche Hormonmenge.
    2. Zweiphasenpräparate: Der Gestagengehalt wird in der 2.Phase erhöht.
    3. Dreiphasenpräparate: Sie sind dem natürlichen Hormonzyklus des Körpers am besten angepasst und enthalten Dragees in 3 unterschiedlichen Hormonkonzentrationen.
    4. Sequenzpräparate: Sie imitieren ebenfalls die natürlichen Hormonschwankungen im Körper.

    Die ersten 6-7 Dragees enthalten nur Östrogene, danach kommen Gestagene dazu. Bei fast allen Kombinationspräparaten wird nach 21 oder 22 Einnahmetagen eine Einnahmepause von 6 oder 7 Tagen eingehalten, in der die Blutung einsetzt.

    Vorteile: Sichere Verhütungsmittel, einfache Anwendung, günstig zur Zyklusregulation, verbessert oder verhindern Regelbeschwerden, einige Pillen haben eine günstigen Einfluss auf die Haut, die Anwendung ist über einen langen Zeitraum möglich.

    Nachteil: Nebenwirkungen sind möglich, treten jedoch selten auf, erhöhtes Risiko für da Auftreten von Gefäßverschlusskrankheiten (Thromboembolien).

    Für Raucherinnen vor allem ab einem Alter ab 35 Jahre sind diese Pillen im Allgemeinen nicht geeignet.

  2. Monopräparate, sogenannte „Minipillen“

    Sie enthalten nur ein Gestagenpräparat, das bewirkt, dass die Gebärmutterschleimhaut kein Ei aufnehmen kann und der Schleim des Gebärmutterhalses sich verfestigt.

    Vorteile: Der niedrige Hormongehalt ermöglicht auch Frauen mit Risiken im Herz-Kreislauf-System, diese Pillen anzuwenden.

    Nachteile: Die Einnahme muss sehr pünktlich erfolgen, bereits nach 3 Stunden verspäteter Einnahme ist die Sicherheit nicht mehr gewährleistet. Häufig treten unregelmäßige Blutungen auf.

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Das Implantat

Ein kleines Kunststoff-Stäbchen wird in die Haut der Innenseite des Oberarmes eingesetzt. Diese gibt über eine Zeit von 3 Jahren ein Gestagen ab, das wie die Minipille wirkt.

Vorteile: Sicheres Verhütungsmittel, kein Einnahmefehler möglich.

Nachteile: Es muss vom Arzt in örtlicher Betäubung eingesetzt und nach 3 Jahren wieder entfernt werden. Häufig sind Blutungsunregelmäßigkeiten.

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Die Dreimonatsspritze

Sie ist ein Hormondepotpräparat. Aus einem Hormondepot im Gewebe des Körpers wird über 3 Monate ein Gestagen abgegeben, das den Zervixschleim verfestigt, den Eisprung verhindert und den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut beeinflusst.

Vorteile: Sicheres Verhütungsmittel, es sind keine Einnahmefehler möglich.

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Die Spirale –IUP (intrauterin Pessar)

Es gibt:

  • Kupferspiralen
  • Hormonspiralen

Spiralen werden in unterschiedlichen Größen angeboten. Welche Größe für die jeweilige Patientin geeignet ist, kann der Frauenarzt durch eine Ultraschalluntersuchung feststellen.

Die Kupferspiralen wirken auf die Gebärmutter und Scheide so, dass Spermien nicht überleben können bzw. nicht befruchtungsfähig sind.

Die Hormonspiralen haben den gleichen Effekt wie das Gestagen der Minipillen.

Die Spirale muss vom Frauenarzt eingelegt werden. Der günstigste Zeitpunkt ist während er Menstruationsblutung. Halbjährlich ist eine Lagekontrolle mittels Ultraschalluntersuchung zu empfehlen. Je nach Modell kann die Spirale 3-5 Jahre in der Gebärmutter bleiben.

Vorteile: Langfristiger, ziemlich sicherer Schutz, kein Einnahmefehler ist möglich.

Nachteile: Verstärkte Blutungen bei Kupferspiralen (bei Hormonspiralen vermindert sich dagegen längerfristig die Blutungsstärke), erhöhte Entzündungsgefahr, Spiralen sind nicht geeignet für Frauen, die bereits Eileiterentzündungen oder eine Eileiterschwangerschaft hatten.

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Kondome

Kondome gehören zu den ältesten Verhütungsmitteln. Sie gewährleisten nicht nur eine Empfängnisverhütung, sondern schützen ebenso vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Sie bestehen aus hauchdünnem elastischem Material, meist aus Latex. Es gibt auch latexfreie Kondome.

Vorteile: Einfaches gut verfügbares, relativ billiges Verhütungsmittel, das einen gewissen Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen gewährt.

Nachteile: Nur mäßige Sicherheit.

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Weitere Verhütungsarten

Spermizide: Sie werden als Gel, Schaum oder Scheidenzäpfchen vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt und können die Samenzellen abtöten.

Scheidendiaphragma: Es ist eine Gummikappe, die in die Scheide eingelegt werden muss.

Portiokappen: Sie müssen ebenfalls wie das Scheidendiaphragma in die Scheide eingesetzt werden und genau über die Portio gestülpt werden.

Temperaturmethode: Durch Messung der morgendlichen Aufwachtemperatur können fruchtbare und unfruchtbare Tage herausgefunden werden.

Kalendermethode: Sie geht davon aus, dass der fruchtbare Zeitraum zwischen dem 19. und 12. Tag vor der nächsten Monatblutung begrenzt sein soll.

Zykluscomputer: Sie speichern die morgendliche Aufwachtemperatur. Zusätzlich ist bei einigen Modellen auch die Beurteilung des Zervixschleims und die Hormonbestimmung aus dem Urin möglich.

Coitus interruptus: Kurz vor dem Samenerguss wird der Geschlechtsverkehr unterbrochen.

Die unter „Weitere Verhütungsarten“ aufgeführten Methoden sind besonders wegen ihrer geringeren Sicherheit nicht vorrangig für eine konsequente Verhütung zu empfehlen.

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Neue Verhütungsmöglichkeiten

Der NUVA-Ring: Der NUVA Ring wird in die Scheide eingelegt und wirkt ähnlich der Pille. Jeder Ring enthält wie die Pille zwei weibliche Sexualhormone. Die Gegenanzeigen entsprechen denen der Pille. Der NUVA Ring wird von der Frau selbst ähnlich wie ein Tampon in die Scheide eingeführt und genau 3 Wochen nach dem Einführen wieder entfernt. Nach einer Woche Pause in der die Entzugsblutung eintritt, wird ein neuer Ring eingelegt. Bei erstmaliger Anwendung sollte der Ring zwischen dem 1. und 5. Zyklustag eingeführt werden. Die Sicherheit ist wie bei der Pille hoch.

Evra- Das Verhütungspflaster (seit August 2003 erhältlich): Drei Wochen lang wird 1x pro Woche ein Verhütungspflaster auf die Haut geklebt; die 4. Woche ist pflasterfrei. In dieser Zeit kommt es zur Abbruchblutung. Die Sicherheit ist vergleichbar der Pillensicherheit.

3-Monatsspritze - Noristerat: Eine weitere 3-Monatsspritze ist auf dem Markt, bei der es zu einer Einflußnahme auf das Gewicht kommen soll und nach Absetzen der Spritze bei Kinderwunsch eine Schwangerschaft schneller eintreten soll als bei Depot-Clinovir. Im Gegensatz zum Depot-Clinovir muß die neue 3-Monatsspritze jedoch die ersten 4x bereits nach 8 Wochen injiziert werden. Auch kommt es zu regelrechten, leichten Abbruchblutungen.

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