Praxis für Frauenheilkunde

Frau Dr. med. Frauke von Versen & Frau Dr. med. Franka Franz

Verhütung im Notfall

Übersicht:

Präparate zur Notfallverhütung enthalten Hormone, wie sie auch in der Pille zum Einsatz kommen- zur Notfallverhütung müssen die Hormone jedoch höher dosiert sein.

Möchten Sie im Nachhinein noch verhüten, sollten Sie schnell handeln und zum Frauenarzt gehen: Denn die erste Hormondosis müssen Sie so früh wie möglich nach dem Geschlechtsverkehr einnehmen, bei dem kein ausreichender Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft bestand. Je früher Sie mit der Einnahme beginnen, umso sicherer ist die Wirkung.

Die Notfallverhütung ist verschreibungspflichtig.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Derzeit stehen zwei verschiedene Präparattypen für die Notfallverhütung zur Verfügung.

Typ 1 ist die Kombination zweier Hormone (Kombinationspräparat), Typ 2 enthält nur 1 Hormon (Monopräparat).

In der Anwendung gibt es kleine Unterschiede:

Die Einnahme der ersten Dosis des Kombinationspräparates(2 Dragees) muss so früh wie möglich, spätestens jedoch innerhalb von 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr erfolgen. Die 2.Dosis muss 12 Stunden nach der ersten Dosis eingenommen werden.

Beim Monopräparat muss die erste Dosis (1 Tablette) zwar ebenfalls so früh wie möglich, spätestens jedoch innerhalb von 72 Stunden eingenommen werden, die Einnahme der zweiten Dosis soll dann aber frühestens nach 12 Stunden und spätestens nach 24 Stunden erfolgen. Dadurch kann für die Einnahme der zweiten Dosis eine günstige Tageszeit ausgewählt werden.

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Wie wirkt die Notfallverhütung?

Die Wirkung beider Präparate ist vergleichbar. In einer großen Studie an fast 2000 Frauen erwies sich das Monopräparat als etwas besser wirksam und vor allem als viel besser verträglich.

Das Monopräparat enthält Gestagen Levonorgestrel, dessen Hauptwirkung darin besteht, dass der Eisprung verhindert bzw. verzögert wird.

Das Präparat kann zu jedem Zeitpunkt im Zyklus eingesetzt werden.

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Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Müdigkeit können auftreten.

Bei Erbrechen innerhalb von 3 Stunden nach der Einnahme einer Tablette ist sofort die Einnahme einer weiteren Tablette notwendig.

Die Nebenwirkungen halten meist nur 2 Tage nach Einnahme der 2.Tablette an.

Schmerzen in den Brüsten und Blutungen können bis zur nächsten Menstruation anhalten.

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Auf welchen Zeitraum erstreckt sich der Schutz?

Die rechtzeitige Einnahme des Levonorgestrel-haltigen Präparates kann 9 von 10 Schwangerschaften verhindern.

Der Schutz erstreckt sich auf die vorangegangenen 72 Stunden, unabhängig davon, wie oft in dieser Zeit Geschlechtsverkehr stattfand.

Die verhütende Wirkung ist allerdings nicht anhaltend. Das heißt, für den Rest des Zyklus besteht kein Schutz vor einer Schwangerschaft.

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Für wen ist diese Verhütung nicht geeignet?

Für Frauen, die bereits einmal eine Eileiterschwangerschaft oder eine Eileiterentzündung hatten, ist diese Methode nur nach Rücksprache mit dem Frauenarzt anzuwenden.

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Wie geht es weiter mit dem Zyklus?

Die nächste Monatsblutung kann zum vorgesehenen Zeitpunkt, aber auch einige Tage früher oder später eintreten. Sie muss mit den üblichen Monatsblutungen vergleichbar sein. Ist das nicht der Fall, ist ein Arztbesuch notwendig. Da gilt auch,, wenn sich die Monatsblutung um mehr als 5 Tage verzögert.

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Wie oft ist die Notfallverhütung anwendbar?

Die hormonelle Notfallverhütung darf nur im Ausnahmefall eingesetzt werden. Bei häufiger Anwendung können sich Zyklusstörungen einstellen.

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